Demografischer Wandel

Bevölkerungsprognose 2017 – 2060 für Kärnten (Hauptvariante)


1. Vorbemerkungen

Bevölkerungsprognosen stellen innerhalb des breiten Spektrums der Amtlichen Statistik jenen bedeutsamen Teilbereich dar, der den politischen Entscheidungsträgern als Instrument der Problemerkennung für künftige gesellschaftliche Entwicklungen dienen kann. Eine möglichst genaue Kenntnis der demographischen Entwicklung der nächsten drei bis vier Jahrzehnte sollte daher die Grundlage für viele vorausschauende Maßnahmen, sei es im Bereich der Kindergarten-, Schul- und Bildungsplanung, der Wohnbaupolitik, der Sozial- und Gesundheitspolitik, bis hin zur Altenbetreuung und Pensionssicherung, darstellen. Daher wird auch alle drei bis vier Jahre eine neue Bevölkerungsvorausschätzung erstellt, um den sich ständig leicht ändernden Entwicklungsströmungen innerhalb der Gesellschaft Rechnung zu tragen und um möglichst aktuelle, präzise Aussagen treffen zu können.
Die neueste, unlängst veröffentlichte Bevölkerungsprognose der „Statistik Austria“, die den Prognosezeitraum 2017 bis 2060 für Österreich und die Bundesländer umspannt, stützt sich auf die Grundlage des Bevölkerungsstandes des Jahres 2017, die aus dem Bevölkerungs-register gewonnen werden kann. Ausgehend vom Fixbestand der Bevölkerung samt deren Struktur des Basisjahres, erfolgt die Anknüpfung der Prognoserechnung. Maßgebend für die künftige demographische Entwicklung ist das möglichst treffsichere Ansetzen der künftig zu erwartenden Geburten, Sterbefälle und Wanderungsbewegungen.


2. Die Prognoseparameter

Eine Bevölkerungsprognoserechnung kennt viele bekannte Faktoren und nur wenige unbekannte. Der Hauptfaktor – die gegenwärtige Bevölkerung mit ihrer Altersstruktur – ist genau bekannt und kann unter Einschluss der Geburtenentwicklung und der mittleren Sterbewahrscheinlichkeit für jedes Altersjahr in die Zukunft projiziert werden. Maßgebend für die künftige demographische Entwicklung sind zusätzlich noch die drei Parameter Fertilität, Mortalität und Migration, bzw. deren mittelfristige Einschätzung. Unter Heranziehung aktueller Trends und langjähriger Beobachtungen können diese drei Faktoren doch einigermaßen genau festgelegt werden:

Die Geburtenentwicklung hat zuletzt ihren Tiefststand überwunden und zeigt aktuell leicht nach oben. Anfang der 2000er Jahre lag die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau (= Gesamtfertilitätsrate) auf einem Niveau von 1,30, hat sich aber bis 2017 wieder auf 1,51 erhöht. Auf Grund dieser zuletzt positiven Entwicklung, die auch in den anderen Bundes-ländern sowie in fast allen europäischen Ländern zu beobachten ist, geht man auch in Österreich davon aus, dass sich die Geburtenraten mittelfristig leicht erhöhen werden. Bis zum Jahre 2060 wird daher für Kärnten eine Konvergenz der derzeitigen Fertilitätsrate von 1,51 auf 1,56 angenommen.

Hinsichtlich der Sterblichkeit musste die in letzter Zeit ständig gestiegene Lebenserwartung berücksichtigt werden. Im Jahre 2017 wurde in Kärnten bei den Männern eine durch-schnittliche Lebenserwartung von 79,3 Jahren und bei den Frauen eine von 84,2 Jahren festgestellt. Allein in den letzten 20 Jahren hatte sich die Lebenserwartung um rund fünf Jahre erhöht. Da es keinen einzigen plausiblen Grund gibt, diesen Positivtrend als abge¬schlossen zu erklären, kann davon ausgegangen werden, dass hier noch ein weiterer Anstieg erfolgen sollte. Schreibt man den Aufwärtstrend der letzten Jahrzehnte leicht abgeschwächt weiter, so sollte die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer im Jahre 2060 bei 86,9 Jahren, die der Frauen bei 90,5 Jahren liegen.

Die dritte Prognoseannahme bezieht sich auf die Wanderungsbewegungen. Wie schon die Entwicklung des Jahres 2015 mit dem unerwartet hohen Flüchtlingszustrom gezeigt hat, ist dieser Bereich am schwersten einzuschätzen. Dieses Jahr wird aber als singulärer „Ausreißer“ im Zustrom von Ausländern betrachtet. Jedenfalls hatte Kärnten in den letzten sieben Jahren auf Grund der starken Außenzuwanderung stets einen positiven Wanderungs-saldo verzeichnet. Allein 2017 betrug der Wanderungsgewinn rund 1.000 Personen, obwohl auch etliche Inländer aus Kärnten weggezogen waren. Somit geht man für Kärnten mittel-fristig von einem jährlichen Wanderungsgewinn von 700 bis 2.000 Personen aus, der hauptsächlich aus der Auslandszuwanderung resultiert. Ein leichter Wanderungsgewinn kann aber angesichts der negativen Geburtenbilanz und der negativen Binnenwanderungs¬bilanz durchaus als sinnvoll angesehen werden.


3. Die Entwicklung der Gesamtbevölkerung

Unter den dargestellten Prämissen ergibt nun die jüngste Prognoserechnung für Kärnten, dass die etwas höher angesetzten Zuwanderungen für die nächsten eineinhalb Jahrzehnte die negativen Geburtenbilanzen ausgleichen können und somit die Kärntner Bevölkerung mittelfristig noch leicht wachsen wird. Im Jahre 2030 hätte Kärnten mit 562.053 Einwohnern den Höchststand erreicht. Das wären um rund 1.200 Einwohner oder 0,2 % mehr als heute. Danach ist aber eine Bevölkerungsabnahme zu erwarten, denn für das Jahr 2060 wird eine Bevölkerungszahl von 542.306 berechnet. Das wären um 18.500 oder 3,3 % weniger als heute. Ab dem Jahre 2030 kann der positive Wanderungssaldo die negative Geburtenbilanz, die sich tendenziell verstärken sollte, nicht mehr ausgleichen, weshalb es in weiterer Folge zur Bevölkerungsabnahme kommt.

Der rückläufige Geburtentrend der letzten fünf Jahrzehnte hat in Kärnten dazu geführt, dass seit dem Jahre 1999 die Sterbefälle die Geburten ständig übertreffen. Im Jahre 1961 wurden in Kärnten noch 10.733 Geburten verzeichnet, 2017 waren es nur noch 4.884. Die Zahl der Sterbefälle blieb in diesem Zeitraum relativ konstant und blieb im Durchschnitt bei rund 6.000 pro Jahr, zeigte aber in jüngster Vergangenheit einen leichten Trend nach oben, der sich künftig auf Grund der Alterung der Gesellschaft und des Nachrückens der geburtenstarken Babyboom-Jahrgänge in höheres Alter noch weiter verstärken wird. Damit driften die beiden „natürlichen Komponenten“, die Geburten und die Sterbefälle, immer weiter auseinander, das Geburtendefizit wird somit immer größer. Die positive Wanderungs¬bilanz kann diese Verluste in den nächsten eineinhalb Jahrzehnten noch ausgleichen, ab dem Jahre 2030 jedoch nicht mehr, womit dann ein Bevölkerungsrückgang eintreten sollte.

Trotz der zuletzt leicht steigenden Fertilität, die auch in die Prognose eingeflossen ist und sich auch weiter noch etwas erhöhen sollte, werden die absoluten Geburtenzahlen künftig immer kleiner. Auf den ersten Blick sieht das wie ein Widerspruch aus, kann aber rasch auf-geklärt werden. Einerseits reicht eine durchschnittliche Kinderzahl von 1,44 bis 1,55, wie sie in der Prognose bis 2060 enthalten ist, nicht aus, um den Generationenersatz zu gewähr¬leisten, dazu wäre eine Fertilitätsrate von 2,1 erforderlich. Entscheidend ist aber die Tatsache, dass künftig die Gruppe der potentiellen Mütter immer kleiner wird. Auf Grund des nahezu ständigen Geburtenrückganges der letzten 50 Jahre sinkt künftig auch die Bevöl-kerungsgruppe der Frauen im Alter von 15 bis unter 45 Jahren („gebärfähige Frauen“). Nur aus dieser Altersgruppe kann Nachwuchs erwartet werden. Wenn nun diese Altersgruppe ständig kleiner wird, so nehmen auch die absoluten Geburtenzahlen – trotz leicht steigender Fertilität – ab. Somit reicht die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau aufgrund des Rückganges der „gebärfähigen Frauen“ nicht aus, um die Geburtenzahlen konstant zu halten. Wurden 2017 noch 4.884 Geburten verzeichnet, werden es 2030 nur noch 4.346 sein, im Jahre 2060 gar nur 4.195. Die „Versäumnisse“ der Vergangenheit wirken sich somit auf die künftige Entwicklung aus. Nach einer Phase von mehr als fünf Jahrzehnten mit ausgeprägten Geburtenrückgängen stehen wir vor der Situation, dass auch künftig weniger junge Frauen und Familien das Gesellschaftsbild prägen werden und somit auch weiterhin weniger Geburten verzeichnet werden.

Trotz steigender Lebenserwartung ist zudem eine relativ deutliche Erhöhung der jährlichen Sterbefälle auf Grund des Älterwerdens der Gesellschaft und des Nachrückens der geburtenstarken Babyboomer Jahrgänge in höheres Alter zu erwarten. 2017 verzeichneten die Standesämter in Kärnten 6.077 Sterbefälle. 2030 sollten es laut Berechnung 6.292 sein, im Jahre 2060 sogar 7.454. Damit steigt das Geburtendefizit bis zum Jahre 2030 auf 1.900 an, bis zum Jahre 2060 jedoch auf rund 3.300.


4. Die Alterung der Gesellschaft

Noch interessanter und in der Konsequenz gravierender als die Veränderung der Gesamtbevölkerungszahl ist die zu erwartende Verschiebung der Altersstruktur der Bevölkerung Kärntens. Ein Einwohnerrückgang von einigen tausend Personen wäre unter Umständen noch zu verkraften, wenn innerhalb der Gesellschaft das Altersgefüge – insbesondere das Verhältnis von aktiver, berufstätiger Bevölkerung zu den nichtaktiven, zu erhaltenden Personen – ausgewogen bliebe. Das ist aber leider nicht der Fall, wie nachfolgend gezeigt wird.

Gegenwärtig beläuft sich in Kärnten die Altersgruppe der unter 15-Jährigen („Kinder und Schulpflichtige“) auf 75.443 oder 13,5 % der Gesamtbevölkerung. Die Gruppe der 15- bis unter 65-Jährigen („erwerbsfähige Bevölkerung“) ist mit 366.364 oder 65,3 % recht breit aufgestellt, in der Altersgruppe der 65- und Mehrjährigen („Pensionsbevölkerung“) sind derzeit 119.045 oder 21,2 % anzutreffen.

Bis zum Jahre 2030 soll die Zahl der Kinder (- 1,3 %) nur minimal, die Zahl der Erwerbsbevölkerung (- 9,9 %) doch merklich zurückgehen, wogegen die Pensionsbevölkerung (+ 32,3 %) bereits sehr deutlich zunehmen wird. Die Altersstruktur der Kärntner Bevölkerung sieht im Jahre 2030 nach den drei großen Altersgruppen folgendermaßen aus: Den 13,2 % Kindern (unter 15 Jahre) stehen 58,7 % Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis unter 65 Jahre) sowie 28,0 % Menschen im Alter von 65 und mehr Jahren gegenüber.

Weit markantere Verschiebungen sind allerdings bis zum Jahre 2060 zu erwarten. Die Zahl der unter 15-Jährigen sollte sich laut aktueller Berechnung um 6.500 oder 8,7 % verringern, die Zahl der 15- bis unter 65-Jährigen sogar um 72.600 oder 19,8 %. In der Altersgruppe der über 65-Jährigen sollte sich dagegen ein Zuwachs um 60.600 oder 50,9 % einstellen.

Im Jahre 2060 ist die Kärntner Bevölkerung folgendermaßen  zusammengesetzt: 12,7 % der Gesamtbevölkerung wären unter 15 Jahren, 54,2 % wären im Erwerbsalter sowie 33,1 % im Alter von 65 und mehr Jahren. Jeder dritte Landesbewohner wäre demnach über 65 Jahre alt, gleichzeitig wäre diese Altersgruppe fast dreimal so groß wie die Zahl der Kinder unter 15 Jahren.

Hinsichtlich der Altersstruktur findet also ein klar erkennbarer Trend in Richtung „Alterung der Gesellschaft“ statt. Dies lässt sich kurz und prägnant mit dem berechneten Durch-schnitts¬¬alter der Bevölkerung ausdrücken. Gegenwärtig beträgt das Durchschnittsalter der Kärntner Bevölkerung 44,6 Jahre (Männer: 43,1 Jahre, Frauen: 46,0 Jahre). Im Jahre 2030 soll das Durchschnittsalter sodann bei 47,3 Jahren liegen, bis zum Jahre 2060 würde es sich auf 49,7 Jahre erhöhen. Der „Durchschnittskärntner“ wie auch die „Durchschnitts¬kärntnerin“ wäre um die Mitte dieses Jahrhunderts um gute fünf Jahre älter als heute. Auch daran kann das Älterwerden der Gesellschaft deutlich gemacht werden.


5. Auswirkungen der aktuellen Bevölkerungsprognose

Blickt man bis zum Jahre 2060 voraus, werden bedeutsame Änderungen in der Bevölkerungsstruktur Kärntens erkennbar, die natürlich auch entsprechende Auswirkungen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Natur zur Folge haben werden. Hier können, bezogen auf einige markante Bevölkerungsgruppen, nur die zu erwartenden Hauptauswirkungen kurz benannt werden.

Aufgrund konstant sinkender Geburtenzahlen gilt es anzunehmen, dass die Anzahl der Kinder in Kindergärten, Schulen und Horten mittel- bis langfristig leicht abnehmen wird. Bis 2060 soll die unter 15-jährige Bevölkerung um 9 % abnehmen. Allein die Zahl der schulpflichtigen Kinder sinkt von derzeit 46.400 auf 42.400 im Jahre 2060. Das heißt, dass der Entfall von 4.000 Kindern im Alter von 6 bis unter 15 Jahren weitere Klassen-reduzierungen und Konzentrierungen von Schulstandorten, insbesondere im ländlichen Raum, zur Folge haben wird und dass auch der Bedarf an Lehrkräften mittelfristig leicht sinken sollte.

Die große Gruppe der dem Alter nach „erwerbsfähigen Bevölkerung“ (15 bis unter 65 Jahre) wird bis zum Jahr 2060 um 20 % oder um 72.600 Personen schrumpfen. Dies könnte mittel- bis langfristig zu einem Arbeitskräftemangel führen. Begründet kann dies durch den Rückgang des Arbeitskräftepotenzials (erwerbsfähige Bevölkerung) bei annähernd gleichbleibender Bevölkerungszahl werden.

Die Gruppe der über 65-Jährigen wird bis zum Jahr 2060 um 60.600 Personen oder um 51 % anwachsen. Aktuell ist jede fünfte Person in Kärnten über 65 Jahre alt, 2060 wird es bereits jede dritte sein (33 %). Damit wird eine weitere Verschärfung der Pensions¬problematik deutlich. Während im Jahr 2017 10,7 % der Bevölkerung über 75 Jahre alt ist, wird sich ihr Anteil im Jahr 2060 gegenüber heute sogar verdoppeln und bei 20,2 % liegen, damit steigt auch die Zahl der pflegebedürftigen Personen erheblich.


6. Die Entwicklung im Bundesländervergleich

Wie ist die künftige Bevölkerungsentwicklung Kärntens im Vergleich mit den anderen Bundesländern zu sehen? Während die Bevölkerung Österreichs in den kommenden Jahrzehnten stark wächst, werden regional unterschiedliche Entwicklungen vorhergesagt. Wie schon aufgezeigt wurde, wächst die Bevölkerung Kärntens bis zum Jahre 2030 um 0,2  %. Das ist allerdings das geringste Wachstum aller Bundesländer. Am stärksten sollte Wien, derzeit schon Hauptanziehungspunkt für viele Zuwanderer, expandieren (+ 8,5 %), gefolgt von Niederösterreich und dem Burgenland (jew. + 6,6 %), Vorarlberg (+ 6,5  %), Tirol (+ 6,4 %), Oberösterreich (+ 5,2 %) und Salzburg (+ 4,9 %). Im Sog von Wien wächst auch die Ostregion deutlich, ebenso können die westlichen Bundesländer ein überdurchschnittliches Wachstum erwarten. Der Süden Österreichs mit Steiermark (+ 3,0 %) und Kärnten (+ 0,2 %) wächst dagegen am schwächsten.

Richtet man den Blick allerdings aufs Jahr 2060, so hat Kärnten als einziges Bundesland einen leichten Bevölkerungsrückgang (- 3,3 %) zu erwarten. Auf der anderen Seite weisen abermals Wien (+ 17,0 %), Niederösterreich (+ 15,7 %), Burgenland (+ 14,0 %), Tirol (+ 11,3 %), Vorarlberg (+ 9,8 %) und Oberösterreich (+ 8,8 %) die stärksten Wachstums-raten auf. Während die Ostregion hauptsächlich von den starken Zuwanderungen profitiert – allein nach Wien kommen mehr als ein Drittel aller Zuwanderer Österreichs – kann der Westen Österreichs noch etwas länger von der positiven Geburtenbilanz zehren. Aber auch in diesen Bundesländern wird das Bevölkerungswachstum längerfristig von den Zuwan-derungen getragen. Kärnten hat über den gesamten Zeitraum negative Geburtenbilanzen zu erwarten, die anfänglich vom positiven Wanderungssaldo noch ausgeglichen werden können, ab dem Jahre 2031 jedoch nicht mehr, womit sich danach leichte Bevölkerungs-verluste einstellen.

Österreich überschreitet bereits im Jahre 2022 erstmals die 9-Millionen-Grenze. Im Jahre 2060 sollte die Einwohnerzahl Österreichs bei 9,7 Millionen liegen. Ab 2026 wird die Bundeshauptstadt – wie gegen Ende der Monarchie – wieder eine 2-Millionen-Metropole sein. Da den künftigen Wanderungs¬bewegungen die zentrale Rolle des Bevölkerungs¬wachstums zukommt, darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass der Ausländeranteil in unserer Gesellschaft ständig steigt. 2060 wären von der Gesamtbevölkerung Kärntens nicht weniger als 113.500 Personen oder 20,8 % im Ausland geboren, somit jeder fünfte. Im Bundesdurchschnitt wären es rund 2,5 Millionen Menschen, was einem Anteil von 25,4 % entspräche. Den mit Abstand höchsten Anteil würde Wien mit 42,0 % aufweisen. Angesichts dieser Größenordnungen wird es zur Wahrung des sozialen Friedens und des sozialen Zusammenhalts sicher entscheidend sein, wie gut Integrationsmaßnahmen für die Migranten umgesetzt werden können.


7. Schlussbemerkungen

Die hier vorgestellte „Hauptvariante“ der aktuellen Bevölkerungsprognose der Statistik Austria, die innerhalb der Prognoseannahmen die wahrscheinlichsten und am meisten abgesicherten Parameter auswählt, erbringt als Ergebnis für Kärnten mittelfristig eine zunächst leicht wachsende, längerfristig jedoch abnehmende Bevölkerung. Gleichzeitig wird die Bevölkerung immer älter. Die Anzahl der Erwerbspersonen wird über den gesamten Prognosezeitraum konstant sinken und ebenfalls altern. Das Dramatische an der Alterung der Gesellschaft ist aber vor allem die Tatsache, dass dieser Vorgang auf Jahrzehnte hinaus unumkehrbar ist. Er könnte bestenfalls – entweder durch ein deutliches Anheben der Geburtenraten oder durch noch stärkere Zuwanderung – abgemildert werden.

Für das gesamte Bundesgebiet verläuft die Entwicklung hinsichtlich der Gesamt-bevölkerungszahl über den betrachteten Zeitraum positiv. Von derzeit 8,8 Mio. Einwohnern wächst die Bevölkerung Österreichs bis zum Jahre 2060 auf 9,7 Millionen an. Trotz dieses Wachstums sind in allen Bundesländern deutliche Spuren einer alternden Gesellschaft zu sehen. Abnehmende Geburtenzahlen, eine steigende Lebenserwartung und das Aufrücken geburtenstarker Jahrgänge (Babyboomer-Generation) sind die Haupt¬ursachen der Alterung der Gesellschaft.


Mag. Dr. Angelika Sternath MSc.
AMT DER KÄRNTNER LANDESREGIERUNG
Abt.1/Landesamtsdirektion/Landesstelle für Statistik
Mießtaler Straße 1
9021 Klagenfurt am Wörthersee